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Bitcoin und die Evolution des Geldes

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  • Beitrag zuletzt geändert am:29. Januar 2022
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“Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder ein gutes Geld haben werden, bevor wir die Sache nicht aus den Händen der Regierung genommen haben. Wir können es nicht gewaltsam aus den Händen der Regierung nehmen, alles, was wir tun können, ist, auf einem schlauen Umweg etwas einzuführen, das sie nicht aufhalten können.”

(Friedrich A. von Hayek 1984)

Der Begriff „Bitcoin” löst bei vielen Menschen eine abschreckende Haltung aus. Ich gebe zu, dass das Thema Bitcoin ein sehr komplexes und technisch anspruchsvolles Thema darstellt und dies meist genügend Grundlage bietet, sich nicht weiter damit zu beschäftigen. Doch hat es Bitcoin definitiv verdient, dass sich Menschen damit auseinandersetzen!

Vorab: Hierbei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Anlageberatung! In diesem Beitrag möchte ich den Versuch wagen, Ihnen Bitcoin auf möglichst verständliche Weise näherzubringen. Für mich als Verfechter von solidem Geld hat Bitcoin es geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Ich sehe darin eine gigantische Chance, welche imstande ist, unser aller Leben positiv zu verändern und die neue Welt, die auf uns wartet, entscheidend zu gestalten.

Es geht nicht darum, dass Sie Bitcoin bis in das kleinste Detail verstehen, sondern, dass Sie es zulassen, das Thema an sich heran zu lassen und in Ihre Gedanken mit aufnehmen. Als Beispiel: Nur die wenigsten von uns verstehen, wie das Internet genau funktioniert und dennoch benutzen wir es täglich.

Ein Kind der Finanzkrise

Als im Jahr 2008 die Finanzkrise ihre Kreise zog und infolgedessen Banken sowie Staaten ernsthaft ins Wanken gerieten, entschied sich Satoshi Nakamoto am 31. Oktober 2008, das Bitcoin Whitepaper (eine Art Anleitung) im Internet zu veröffentlichen. Das Ziel dieser Veröffentlichung war es, fähige Entwickler zu finden, welche ausgehend von seiner Idee das Bitcoin-Netzwerk zum Laufen bringen würden. Ausgehend vom Whitepaper und den Entwicklern erblickte Bitcoin am 03. Januar 2009 das Licht der Welt und nahm seine Arbeit auf.

Satoshi Nakamoto steht dabei als Pseudonym für den Erfinder von Bitcoin. Nachdem er sein Projekt an die Entwickler übergeben hatte und sich sicher war, dass es in vertrauensvollen Händen ist, zog er sich zurück. Bis heute ist nicht bekannt, wer der Gründervater von Bitcoin wirklich ist und bleibt somit eines der größten Geheimnisse. Warum hat sich Satoshi Nakamoto bis heute nicht der Öffentlichkeit vorgestellt? War ihm zum damaligen Zeitpunkt bereits bewusst, dass er mit seiner Erfindung das aktuelle Finanzsystem untergraben könnte und sich somit aus der Schusslinie der aktuellen Machthaber brachte?

Was ist Bitcoin?

In den Medien ist von Bitcoin meist nur in Verbindung mit einer negativen Schlagzeile zu hören. Oftmals fallen dann Begriffe wie Schwarzgeld, Kriminalität, Hacks, Erpressung, Stromfresser oder Tulpenblase. Viele sehen in Bitcoin ein Spekulationsobjekt, mit welchem große Gewinne möglich waren und sind. Doch was ist Bitcoin wirklich?

Bitcoin ist eine digitale Währung, auch Kryptowährung genannt, welche dezentral und zensurresistent auf Basis der sogenannten Blockchain-Technologie funktioniert. Sie wird von keinem Staat, von keiner Zentralbank oder einer sonstigen zentralen Institution kontrolliert. Sie ist außerdem inflationssicher, da die absolute Menge auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist. Daher wird Bitcoin auch oft als digitales Gold bezeichnet.

Das Bitcoin-Netzwerk und die Blockchain

Das Bitcoin-Netzwerk besteht aktuell aus mehr als 14.000 Knotenpunkten, verteilt über den ganzen Planeten, welche alle (über das Internet) miteinander verbunden sind. Diese Netzwerkknoten sind eigentlich Rechner bzw. Computer und werden „Node” genannt. Sie übernehmen im Bitcoin-Netzwerk die Rolle der „Wächter” und sind im Grunde ein Computerprogramm, welches die Transaktionen überprüft. Um die Dezentralität zu gewährleisten, ist es notwendig, das Netzwerk auf viele dieser Knotenpunkte zu verteilen. Die Aufgabe der vom Programmcode gesteuerten Nodes besteht grundsätzlich darin, eine vollständige Kopie der gesamten sogenannten „Blockchain” zu speichern und diese fortlaufend zu validieren und synchronisieren. Außerdem sind sie dafür zuständig, dass die Konsensregeln des Netzwerks durchgesetzt werden.

Die Blockchain wiederum ist das gemeinsam genutzte Buchungssystem, eine Art Kassenbuch. Auf ihr werden alle durchgeführten Transaktionen, die über das Bitcoin-Netzwerk abgewickelt werden, abgespeichert und chronologisch nach ihrem Ausführungsdatum aufgelistet.

Die Struktur des Netzwerks macht es dadurch möglich, Geld in Form von Bitcoin digital und „Peer-to-Peer” (also von Person zu Person) direkt zu versenden. Das funktioniert dabei wie folgt: Ein Teilnehmer, nennen wir ihn Martin aus Deutschland, möchte seiner Freundin Sophia, welche in Florida wohnt, einen gewissen Betrag in Bitcoin zukommen lassen. Er setzt sich an seinen PC oder Smartphone und loggt sich in seine digitale Geldbörse, auch Wallet genannt, ein und sendet Sophia den gewünschten Betrag. Dabei gibt er Sophias Wallet Adresse als Empfänger an. Ab diesem Zeitpunkt überprüfen die Nodes, diese Transaktion auf ihre Richtigkeit und leiten nach erfolgreicher Überprüfung den Betrag an Sophia weiter. Daraufhin wird diese Transaktion in die Blockchain übernommen und mit aufgeführt.

So werden alle jemals durchgeführten Transaktionen unter Angabe der Absenderadresse, dem Betrag und der Empfängeradresse auf der Blockchain abgespeichert und sind eindeutig nachvollziehbar. Um eine Transaktion durchführen zu können, benötigt es also lediglich einen Sender und einen Empfänger. Die Überweisung an sich, wird dabei vollkommen automatisch über die Nodes und deren Computerprogramm abgewickelt.

Kann Bitcoin manipuliert werden?

Bei all dem digitalen Kram stellt sich natürlich immer die Frage, ob so ein System korrumpierbar ist bzw. durch Hackerangriffe zerstört oder beeinflusst werden kann.

Um bei oben genanntem Beispiel zu bleiben: Ein Hacker möchte sich ins Bitcoin-Netzwerk einschleusen und die Transaktion von Martin zu Sophia abfangen und diese stattdessen auf seine eigene Wallet umleiten, um sich dadurch zu bereichern. Um damit erfolgreich zu sein, müsste er die Blockchain entsprechend anpassen, indem er die Empfängeradresse von Sophia durch seine ersetzt. Allerdings verstößt er mit dieser Aktionen gegen die Netzwerkvereinbarungen und wird von den Nodes als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Da seine Blockchain nicht identisch mit der Mehrheit der Nodes übereinstimmt, wird er vom Netzwerk ausgeschlossen.

Dies bedeutet, dass der Hacker mit seinem Angriff nur dann erfolgreich ist, wenn er die Mehrheit der Netzwerk-Knotenpunkte davon überzeugt, dass seine Blockchain die Richtige ist. Dies lässt sich für ihn nur realisieren, wenn er über 51 % der Nodes des Bitcoin-Netzwerkes verfügt.

Durch die Eigenschaft dieser Technologie ist es bis heute nicht gelungen, Bitcoin zu manipulieren. Das Risiko eines sogenannten 51 % Angriffes ist daher als äußerst gering einzuschätzen, da das System zu großen Teilen aus Teilnehmern bzw. Nodes besteht, welche die Eigenschaften von Bitcoin schätzen und diese bewahren wollen.

Ein Angriff auf die Wallet der Nutzer ist da schon als wahrscheinlicher anzusehen. Verschafft sich ein Hacker Zugang zu Ihrer digitalen Geldbörse, so kann er die Bestände beliebig verschieben. Wenn man aber mit der nötigen Eigenverantwortung an das Thema herangeht und sich informiert, wie man seine Bitcoins sicher verwahrt, so ist man auch auf dieser Ebene absolut vor Angriffen geschützt.

Eliminierung der dritten Partei

Das Bitcoin-Netzwerk ist also ein System, dass es uns ermöglicht, Geld in Form von Bitcoin überall hin zu versenden und dies ohne das Zutun irgendeiner Bank. Es braucht keinen Mittelsmann mehr, der uns unsere Zahlungen autorisiert. Allein durch diese Tatsache stiftet uns Bitcoin bereits einen extremen Mehrwert.

“Banking is necessary. Banks are not.” (Bill Gates 1994)

Übersetzung: Banking ist notwendig. Banken sind es nicht.

Weitere Eigenschaften und Vorteile von Bitcoin

  1. Erfüllt alle Eigenschaften gesunden Geldes:
  • Dauerhaft (Abgespeichert in der Blockchain)
  • Transportierbar (Beträge können zu jeder Zeit und innerhalb kürzester Zeit an jeden beliebigen Ort transferiert werden)
  • Teilbarkeit (Die kleinste Einheit ist „ein Satoshi”. 100 Millionen Satoshi ergeben einen Bitcoin)
  • Gleichheit (Jeder Bitcoin ist eindeutig identifizierbar)
  • Knapp / Selten (Die Anzahl ist strikt auf maximal 21 Millionen Bitcoin begrenzt)
  • Akzeptanz (Aktuell ist es noch nicht möglich, überall mit Bitcoin zu bezahlen, allerdings wächst die Akzeptanz stetig)

2. Viele Menschen, genauer gesagt 38 % der erwachsenen Weltbevölkerung besitzen kein Bankkonto bzw. haben keinen Zugang zum Bankensystem. Nicht Wenigen wird der Zugang aufgrund ihres sozialen Status verweigert. Bitcoin hingegen ist für jedes Individuum frei zugänglich und bietet hierfür einen Ausweg.

Fazit und Ausblick

Angefangen als ein Projekt, welches zu Beginn nur Computer Nerds auf dem Radar hatten, hat Bitcoin eine extrem erfolgreiche Geschichte hinter sich. Durch unser kaputtes Geldsystem, in welchem wir uns noch befinden, hat es Bitcoin geschafft, große Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und sich als geeigneter Wertspeicher zu etablieren. Immer mehr Menschen und selbst Unternehmen kommen auf den Geschmack, ihre liquiden Mittel in Bitcoin zu parken. Bekannteste Beispiele sind hierbei wohl die Firmen Microstrategy und Tesla.

Für Schlagzeilen sorgte auch das kleine Land El Salvador, welches Bitcoin am 07. September 2021 per Gesetz zu offiziellem Zahlungsmittel neben dem US-Dollar etablierte. Viele hielten dies für eine schlechte Idee, da der Bitcoin Preis zu volatil sei (also zu stark im Preis schwanke). Das stimmt. Es ist zu beachten, dass Bitcoin eine Monatsvolatilität von ca. 50 % aufweist. Das heißt, es ist aktuell als normal anzusehen, wenn sich der Preis innerhalb eines Monats halbiert oder entsprechend stark ansteigt. Das sind natürlich extreme Schwankungen, die nicht jeder Investor verkraften kann, doch umso mehr Menschen an Bitcoin teilhaben, desto geringer werden die Kursschwankungen und Bitcoin kann sich als stabiler Wertspeicher sehen lassen. El Salvador begab sich auf einen Weg, den zuvor noch niemand ging und lenkte damit alle Blicke auf sich. Sollte das Unterfangen gut gehen, könnten weitere Länder, dem Beispiel folgen.

Bitcoin ist das „härteste” Geld, dass die Menschheit je erschaffen hat. Aufgrund seiner Limitierung auf 21 Millionen, welche im kryptografischen Algorithmus „in Stein gemeißelt wurde” macht es ihn zu einem selteneren Gut als Gold. Ein streng limitiertes Geld ermöglicht es uns zu sparen und unsere Zeit, die wir für Leistungen aufgebracht haben zu speichern.

Natürlich werden die aktuellen Machtstrukturen, Bitcoin das Feld nicht kampflos überlassen. Sie werden Bitcoin weiterhin schlecht reden und gegen das Netzwerk vorgehen, verbieten und abschalten wollen. Doch ist es überhaupt möglich, ein dezentrales Netzwerk, wie Bitcoin einfach so abzuschalten? Ja, sie könnten Bitcoin unbrauchbar machen, indem sie das Internet herunterfahren oder alle Rechner, auf denen die Bitcoin Blockchain läuft, zerstören. Aber ist dies realistisch? Ich denke nicht! Solange irgendwo, sei es mitten in der Sahara oder im tiefsten Sibirien eine Node im Netzwerk aktiv ist, wird Bitcoin seinen Weg gehen.

Hingegen ist in naher Zukunft mit weiteren Regulierungen zu rechnen, wie beispielsweise die Besteuerung auf Kryptogewinne. Welche Schritte hier einzelnen Länder bereit sind zu gehen und welchen Einfluss sie dadurch auf den Kryptosektor ausüben können, bleibt abzuwarten.

Ich bin davon überzeugt, dass die Welt, die auf uns wartet digital und dezentral sein wird. Nicht nur wegen Bitcoin, sondern auch durch den gesamten Kryptosektor, welcher viele weitere interessante Projekte für uns bereithält.

Die Adaption von Bitcoin schreitet weiter voran und es liegt noch ein weiter Weg voraus. Nur die Zukunft wird uns zeigen, ob Bitcoin das halten kann, was es verspricht. Unverkennbar sind jedenfalls die Chancen, ein Geld zu haben, dass den Menschen das zurückgibt, das sie verdienen: Freiheit und Selbstbestimmung!

Bitcoin – eine friedliche Revolution

“Der vielleicht schönste und überraschendste Fakt: Die größte Revolution aller Zeiten läuft friedlich ab. Wir müssen nicht das bestehende Finanzsystem bekämpfen. Mit Bitcoin bauen wir parallel ein neues System auf. Bitcoin bietet uns allen lediglich eine Alternative an und jeder von Ihnen kann frei darüber entscheiden, was Sie in Zukunft verwenden möchten.

 

Sie können Teil des Fiat-Systems bleiben, in der eine kleine Gruppe von Menschen unendlich viel Geld erzeugen kann, nur leider nicht Sie. Sie können weiter zuschauen, wie Ihr Geld jedes Jahr weniger wert wird und Ihnen Ihre gespeicherte Arbeitsleistung geklaut wird. Oder Sie werden Teil des Bitcoin-Standards, in dem Niemand diese Macht besitzt oder das Lebenselixier unserer Welt manipulieren kann. In dem Sie bedenkenlos Ihre Zeit und Energie für die Zukunft speichern können.

 

Bitcoin ist unsere beste Chance für eine weniger chaotische Übergangsphase zu einem neuen Finanzsystem. Mit oder ohne Bitcoin, das heutige Geldsystem befindet sich auf den letzten Metern. Bitcoin bietet uns lediglich ein Rettungsboot an, um uns von der Abhängigkeit eines korrupten Systems zu befreien.

 

Geld kommt und geht – Bitcoin bleibt!”

(Marc Friedrich, Florian Kössler, 2021, S.267)

NachDenken

Stellen Sie sich bitte selbst die Fragen:

Ist es gerecht, dass die Herrschaft über die heutige Geldschöpfung in einer kleinen Gruppe von Bankern liegt, welche über dem Gesetz stehen und durch Inflation und Geldentwertung unsere gespeicherte Energie und Zeit stehlen?

Wäre es in den letzten 100 Jahren zu all den Verwerfungen, zu zwei Weltkriegen, Hyperinflationen und großen Finanzkrisen gekommen, wenn wir solides Geld gehabt hätten?

Welche Vorteile birgt ein System, welches das Geldmonopol der Staaten und Zentralbanken in die Hände der Menschen legt, gerade auch bezogen auf unsere heutige Situation und für die Zukunft? 

Sie wollen mehr über Bitcoin erfahren?

Den Dokumentarfilm „Human ₿ – Die Reise in den Bitcoin-Kaninchenbau” kann ich Ihnen wärmstens empfehlen:

Weitere tolle Informationsquellen die ich ebenfalls empfehlen kann sind:

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Quellenangaben:

Simon

Autor Guckloch

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