You are currently viewing Was ist Bewusstsein? – Ein Denkanstoß

Was ist Bewusstsein? – Ein Denkanstoß

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Menschen
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare
  • Beitrag zuletzt geändert am:7. April 2022
  • Lesedauer:12 min Lesezeit

Wir denken ständig in Mustern und begreifen oft nur das, was uns als logisch erscheint. Es scheint so, als ob unser Verstand und unser Denken in einem Käfig gefangen sind und wir nur fähig sind, bis zu einem gewissen Punkt zu gehen.

Wer sind wir und woher kommen wir? Wie entstand das Universum? Ist alles, was passiert real, oder ist unser Leben lediglich eine Fiktion und damit unsere Realität, lediglich eine wilde Vorstellung unseres Verstandes?

Manchmal ist es interessant, zu versuchen, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Impressionen zu sammeln, die uns andere Sichtweisen auf unser Sein eröffnen und uns die Möglichkeit geben, tief in unser Inneres zu blicken.

Robert Adams ist ein amerikanischer selbst-verwirklichter Meister. Im Alter von 14 Jahren widerfuhr ihm ein Erleuchtungserlebnis, das ihn völlig veränderte! Im Buch „Stille des Herzens” wird dem Leser, Roberts Denken näher gebracht.

Die Leinwand unseres Lebens

Stellen Sie sich einen abendlichen Besuch im Kino vor. Sie betreten den Saal, suchen sich Ihren Platz und lassen sich dann auf dem gemütlich und flauschigen Kinosessel nieder, um gespannt auf den Start des Filmes zu warten.

Irgendwann kommt der Moment und das Licht im Saal erlischt. Um Sie herum wird es dunkel. Einige Sekunden später wird eine helle Lichtquelle wahrgenommen. Es ist die Leinwand, auf der jetzt ein Bild übertragen wird.

Genau in diesem Moment wird ihr Umfeld durch das Abschalten des Lichtes ausgeblendet und Sie vertiefen sich voll und ganz in den Film und dessen Handlung, welche vor Ihren Augen abgespielt wird. Sie versetzen Ihre Gedanken so tief in den Film, dass ihr wahres Leben, mit dem sie täglich konfrontiert werden, für die Dauer des Filmes in die Vergessenheit gerät.

Über diesen Zeitraum macht sich Ihr Kopf die Geschehnisse, die sich vor Ihren Augen abspielen zu eigen und wir denken, dass wir Teil des Filmes sind. Sämtliches Denken bezieht sich nur noch auf den Bildstreifen. Ausgehend von unserer Wahrnehmung, wird mithilfe unseres Gehirns, sozusagen eine neue Realität erschaffen, in welcher wir uns befinden. Zumindest für die Zeitspanne des Filmes.

Früher oder später kommt der Moment, an dem die Handlung abgeschlossen wird und der Film endet. Die Leinwand wird dunkel und der Saal erhellt sich. Noch geflasht von dem sehr unterhaltsamen Film müssen Sie den Schalter wieder umlegen und nach einer kurzen Abstinenz wieder in Ihre „wirkliche“ Realität zurückkehren. Sie stehen auf, verlassen den Saal und sind wieder zurück in Ihrem „alten“ Hier und Jetzt.

Was uns Robert Adams über das Bewusstsein erzählt

“Wenn ihr euch einen Film anschaut, ist die Leinwand mit Bildern bedeckt. Ihr vergesst die Leinwand völlig. Ihr denkt nicht mehr an sie. Ihr seht die Bilder und identifiziert euch damit. Ihr genießt den Film. Die Leinwand ist weit von euch entfernt. Dennoch, wenn ihr versuchen würdet die Bilder zu greifen, was würdet ihr greifen? Die Leinwand nicht die Bilder. Die Bilder haben nie existiert, ihr werdet nur die Leinwand greifen. Und so ist es auch mit uns. Wir vergessen, dass wir Bilder auf der Leinwand des Lebens sind. In Wirklichkeit sind wir die Leinwand, Bewusstsein.”

 

“Es ist wie mit dem Träumen, Niemand kann euch sagen, dass der Traum nur ein Traum ist, solange ihr träumt. Ihr werdet immer um euer Recht kämpfen und sagen, dies ist kein Traum. Schau, da finden Kämpfe statt in Los Angeles, Feuer brennen, Menschen werden getötet. Wie kannst du sagen, dies ist kein Traum? Und doch, ihr erwacht aus eurem Traum und der Traum hat nie existiert. Er kam aus euch und kehrte zu euch zurück. Denkt darüber nach.

 

Der Traum entstand aus euch, er drückte sich durch euch aus. Im Traum gibt es keine Grenzen. Ihr wart nicht nur an einem Ort. Ihr habt vom ganzen Universum geträumt, wo alle möglichen Dinge stattfinden. Ihr seid mit dem Flugzeug nach Afrika und nach Belgisch Kongo geflogen. Ihr wart ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen und wurdet erwachsen. All das geschieht in eurem Traum.”

 

“Ihr werdet sogar im Traum töten. Doch wenn ihr erwacht, ist der Traum verschwunden, er hat nie existiert.”

 

“Mit der Welt, in der wir leben, ist es genauso. Es gibt definitiv keinen Unterschied. Ihr lebt den sterblichen Traum.”

“Die einzige Freiheit die wir haben, ist, auf nichts zu reagieren, sondern uns nach innen zu richten und die Wahrheit zu erkennen. Aber wie kann das sein? Wir schauen einander an. Wir sehen die Dinge dieser Welt. Wir fühlen Schmerz. Wir fühlen Kummer. Wir fühlen Glück. Wir fühlen Freude. Und trotzdem sage ich euch, dass diese Dinge nicht existieren. Es gibt nur Bewusstsein.”

 

“Alles mag als wahr erscheinen, aber es ist alles Bewusstsein.”

Ist Alles Nichts?

“Es gab da einmal eine Klasse wie diese. Und einer der Schüler sagte: „Meister, ich weiß nicht wovon du sprichst. Wie kann alles Bewusstsein sein? Wie kann alles aus Nichts kommen? Das macht keinen Sinn.“

 

Und der Meister zeigte auf einen Feigenbaum und sagte zu dem Schüler: „Geh und bringe mir eine Feige.“ Der Schüler ging, pflückte eine Feige vom Baum und brachte sie dem Meister. Der Meister sagte: „Öffne die Feige.“ Er tat es. „Was siehst du?“ „Samen.“ „Bringe mir einen dieser Samen.“ Er gehorchte. Er gab ihm eine Rasierklinge und sagte: „Schneide den Samen auf.“ Es war harte Arbeit, weil der Samen so klein ist. Er schnitt sich mehrmals in den Finger, überall war Blut. Schließlich gelang es ihm den Samen zu öffnen. Und der Meister sagte: „Was siehst du jetzt?“ „Nichts. In dem Samen ist eine Höhlung, absolutes Nichts.“ Und der Meister sagte: „Aus dem Nichts ist das gesamte Universum entstanden.“

 

Und dies gilt für alles auf dieser Erde und auf dieser Welt und in diesem Universum. Alles ist Nichts. Es gibt nichts, dass existiert. Erinnert euch daran, dass Dinge nicht aus dem Bewusstsein kommen. Ich sage, dass alles Bewusstsein ist. Dinge existieren nicht.

 

Menschliche Wesen scheinen so beschaffen zu sein, dass sie Dinge sehen, Dinge hören, Dinge riechen, Dinge berühren und Dinge fühlen. Deshalb denken sie, sie lebten in einer materiellen Welt. In einer relativen Welt. Und doch ist die letzte Wahrheit, dass alles eine optische Täuschung ist.”

Was versucht Robert Adams uns damit zu sagen?

“Noch einmal: Was ist Bewusstsein? Wir können sagen, dass es die Grundessenz der ganzen Existenz ist. Wenn ihr […] ein Objekt nehmt und es in seine winzigsten Teile zerlegt, werdet ihr Moleküle erhalten. Das gilt für jedes Objekt auf dieser Erde. Ob es nun ein menschliches Wesen ist, ein Stuhl, ein Baum, eine Katze – alles besteht aus Molekülen. Wenn ihr die Moleküle auflöst, erhaltet ihr Atome.”

 

“Wenn ihr ein riesiges Elektronenmikroskop hättet und euren Körper unter dieses Mikroskop legen würdet, dann würdet ihr enorm viel Raum sehen. Ihr würdet Atome sehen, die durch viel Raum getrennt sind. Und wenn ihr ein Ultra-Elektronenmikroskop hättet, was noch nicht erfunden wurde, dann würdet ihr den Körper als reinen Raum sehen. Da gäbe es keine Atome, denn das Ultra-Elektronenmikroskop würde durch die Atome sehen, und man würde nur Raum sehen, reinen Raum. Dieser Raum ist Bewusstsein. Das trifft nicht nur auf euren Körper zu, sondern auch auf den Stuhl, das Gebäude, einen Baum, eine Blume, ein Tier. Alles ist Raum.

 

Darum sage ich so oft, wir sind alle Nichts. Wir sind kein Ding. Wir sind nichts Begreifbares. Wir sind nichts, was man sich vorstellen kann. Eure Vorstellungskraft reicht bis zu den Atomen. Ihr kennt Moleküle. Stellt euch Atome vor, reine Energie, aber geht darüber hinaus. […] Da ist absolut nichts. Dieses Nichts seid ihr. Dieses Nichts ist Bewusstsein.”

 

“Bewusstsein ist die Grundessenz von allem, der gesamten Existenz. Und eure wahre Natur ist Bewusstsein. Das ist, was IHR wirklich SEID,” 

Was können wir aus diesem Denken lernen?

Gerade in der heutigen Zeit fühlen wir uns ständig irgendwelchen Ängsten ausgesetzt, welche meist unsere Zukunft betreffen. Wir werden mit einer Situation konfrontiert und noch im selben Moment machen wir uns Gedanken darüber, was dies für uns bedeuten könnte.

Wir nehmen über unsere Sinne Informationen auf und unser Verstand wandelt diese in konkrete Vorstellungen um. Unsere Realität ist also das, was wir über Augen, Ohren, Geschmack, Geruch und das Fühlen aufnehmen und in uns verarbeitet wird.

Wir leben in einer Welt, in welcher es viele unterschiedliche Meinungen zu Geschehnissen gibt. Das liegt daran, dass jeder Mensch eine andere Wahrnehmung und andere Informationsquellen über die vorliegende Situation hat.

Wir wachen morgens auf und hören im Radio oder lesen in der Zeitung die neueste Schreckensnachricht, zum Beispiel: „Schweres Erdbeben erschüttert Westküste der USA, tausende Tote und etliche Menschen verschollen“. Über den Tag nehmen wir zu diesem Thema Bilder, Texte und Erzählungen wahr, die weiter auf uns einprasseln. 

Natürlich muss man davon ausgehen, dass diese Geschehnisse wahr sind. Doch können wir dies mit absoluter Sicherheit sagen? Hier bei uns war von den Geschehnissen nichts zu spüren. Es könnte also auch genauso gut sein, dass hier nur eine Geschichte erzählt wird? Was ist wahr und was ist falsch? Kann ich mich auf meine Informationsquellen verlassen?

Was ich damit sagen möchte ist, dass alles, was auf uns einprasselt in uns etwas bewirkt und wir uns dadurch etwas vorstellen, obwohl es vielleicht gar nicht real ist. Woher sollen wir wissen, was echt und was eine Täuschung ist? Es findet ein Ereignis statt und wir projizieren die Auswirkungen dessen auf unsere Zukunft. Doch woher sollen wir wissen, was die Zukunft für uns bringt, wenn wir nur mutmaßen können? Im Endeffekt sind Dinge nur real, wenn sie vor unseren eigenen Augen passieren oder wir die Auswirkung spüren.

Robert Adams geht hier noch einen Schritt weiter. Er sagt, dass alles nichts ist und nur existiert, weil wir es uns vorstellen.

Was wir durch diese Sichtweise für uns lernen können, ist, dass wir bewusster mit unseren Gefühlen umgehen sollten. Tiefer in uns und unser Denken hineinblicken sollten. Wir sollten uns öfters die Frage stellen: Warum denke ich so und was löst es in mir aus?

Indem wir einen Abstand zwischen uns und den Geschehnissen schaffen können, ist es uns möglich leichter zu leben. Sich vorzustellen, was vielleicht irgendwann eventuell mal passieren könnte, ist oft schlecht und macht uns zu Gefangenen.

Es gibt da draußen noch etwas, das größer ist als wir es sind! Was denkst du? Woraus sind wir entstanden? Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Ist das ganze Leben nur ein großer Traum und reine Illusion?

Indem wir uns mit diesen Fragen beschäftigen, erkennen wir, wie zerbrechlich und klein wir sind. Vom Mond aus betrachtet sind wir nur ein winziger Punkt auf einer Leinwand der Erde.

Doch warum ist der Mensch zu solch abscheulichen Dingen wie Krieg, Leid und Tod fähig? Besinnen wir uns auf die Liebe und gegenseitige Rücksichtnahme. Werden wir uns unseren Gefühlen bewusst und wie unsere Umwelt unser Denken beeinflussen kann und vermeiden es somit, Angst zu haben. Bringen wir positives Denken hinaus in diese Welt und lassen uns nicht länger vom Hass unterdrücken. Denn alles, was passiert, geschieht, weil es geschehen muss. Am Ende können wir nur versuchen, daraus zu lernen und unser Denken zu entwickeln. Dieser Umbruch ist hierfür eine gigantische Möglichkeit. Nutzen wir die Chance!

Die größte Revolution unserer Zeit dürfte die Entdeckung gewesen sein, dass die Menschen durch die Änderung ihrer Geisteshaltung die äußeren Umstände ihres Lebens ändern können. (William James) 

Quellenangaben:

  • The Infinity Institute Acropolis Books, Inc. (1997), Silence Of The Heart / Übersetzung: Marianne Savita Nentwig (Kamphausen Media GmbH) (2000), Stille des Herzens – Dialoge mit Robert Adams Teil 1, 11. Auflage, Bielefeld.

Simon

Autor Guckloch

Schreibe einen Kommentar